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Rechtliche Regelung bei Bestattungen - was wird vorgeschrieben

Für die Angehörigen ist es zuerst immer ein Schock: Der Verlust eines geliebten Menschen, mit dem ein großer Teil des Lebens gemeinsam verbracht wurde. Und auch wenn sich der Tod schon länger, etwa durch eine Krankheit oder das hohe Alter, abgezeichnet hat, so stellt diese neue Situation die engsten Angehörigen vor die Aufgabe, ihre Gefühle und ihre Trauer zu verarbeiten. Als Fluch und Segen zugleich kann es dabei gesehen werden, dass diese Situation mit einer Reihe von wichtigen Aufgaben verbunden ist. Denn zum einen sind die Angehörigen sehr niedergeschlagen und fühlen sich nicht in der Lage, eine Aufgabe zu übernehmen. Andererseits beginnt die aktive Trauerarbeit und die Verarbeitung des Todes auch mit den Aufgaben, die nun anstehen. Verschiedene Dinge müssen zwingend erledigt werden, wenn ein naher Verwandter von uns gegangen ist:

  • Auflösung des Haushaltes
  • Abmeldung bei den Behörden, Rentenkasse, etc.,
  • Regelung des Nachlasses
  • Schalten einer Traueranzeige
  • Organisation der Bestattung und der Trauerfeier

Vor allem die Trauerfeier und die Bestattung stehen zunächst im Vordergrund. In aller Regel wird dies gemeinsam mit einem Institut geplant und durchgeführt. Dabei sollten die Angehörigen aber wissen, dass es insbesondere bei der Bestattung eine Reihe unterschiedlicher Möglichkeiten gibt. Welche das sind, soll in den folgenden Abschnitten vorgestellt werden. Dabei sind auch verschiedene gesetzliche Vorschriften zu beachten.

 MisersMillions / pixabay

Für die Bestattung gibt es verschiede Möglichkeiten

Prinzipiell gibt es in Deutschland nur zwei Möglichkeiten für eine Bestattung. Sofern der Verstorbene nicht selber vor seinem Tod einen Wunsch geäußert hat, stehen die Angehörigen vor der Entscheidung, ob eine Erdbestattung oder eine Feuerbestattung vorgenommen werden soll. Lange Zeit galt die Erdbestattung als die wichtigste Bestattungsart in Deutschland. Der Verstorbene wird dabei in einem Sarg im Erdreich beigesetzt. Die Beisetzung darf dabei in Deutschland (Ausnahme: Bremen) ausschließlich auf einen dafür vorgesehenen Friedhof erfolgen. Eine Beisetzung etwa im eigenen Garten ist ausdrücklich verboten. Das gleiche gilt prinzipiell bei der Feuerbestattung, auch wenn hier mehr Varianten genutzt werden können. Mit der Feuerbestattung ist zunächst die eigentliche Einäscherung des Toten gemeint. In einem Krematorium wird die Leiche verbrannt und die Asche in eine Urne gefüllt. Dafür, wie mit der Urne im Anschluss verfahren wird, gibt es nun wiederum eine gewisse Auswahl an Möglichkeiten. Im Gegensatz zu einer Erdbestattung im Sarg, kann eine Feuerbestattung prinzipiell anonym durchgeführt werden. Neben den geringeren Kosten, die hierfür anfallen, ist dafür auch häufig der Wunsch des Verstorbenen ausschlaggebend. Grundsätzlich stehen folgende Bestattungsmöglichkeiten zur Auswahl:

 

Bestattungsart

Anonym / nicht anonym

Verbreitung in Deutschland

Kosten (ca.)

Erdbestattung

Nicht anonym

45,5 Prozent

Ab ca. 1.311 Euro

Feuerbestattung

Nicht anonym

46,5 Prozent

970 Euro

Feuerbestattung

Anonym

5 Prozent

860 Euro

Seebestattung

Anonym

2,5 Prozent

971 Euro

Baumbestattung

Anonym

Weniger als 1 Prozent

930 Euro

 

Wenn sich also der Verstorbene nicht selber geäußert hat, in welcher Form er beigesetzt werden möchte, bleibt es bei den Hinterbliebenen, die Entscheidung zu treffen. Neben den Kosten sollten sie sich aber auch mit den weiteren Umständen befassen, die mit den einzelnen Arten verbunden sind. So hat die Beisetzung auf einem Friedhof die Folge, dass eine relativ umfangreiche Grabpflege betrieben werden muss. Gerade wenn der Friedhof in einem weit entfernten Ort liegt, kann dies unter Umständen sehr aufwändig und teuer werden. Andererseits bietet ein klassisches Grab die beste Möglichkeit, eine Beziehung zum Toten aufrecht zu erhalten. Gerade für die Partner des Verstorbenen kann dies in der Zeit nach dem Tod eine wichtige Stütze im Leben sein. Auch die Urnenbeisetzung in einem Grab lässt diesen unmittelbaren Bezug zu. Anders sieht es dagegen bei der Seebestattung sowie bei der Baumbestattung aus. Bei der Seebestattung wird die Asche des Toten ins Meer oder in einen See gestreut. Bei der Baumbestattung erfolgt die Beisetzung der Asche im Wurzelbereich eines Baumes. Während die Angehörigen bei Seebestattung sowie Baumbestattung von Pflichten der Grabpflege befreit sind, ist die Bestattung auf einem Friedhof mit weitreichenden Pflichten verbunden, wie im anschließenden Abschnitt gezeigt wird.

Was ist auf dem Friedhof zu beachten?

Haben sich die Hinterbliebenen dazu entschlossen, den Verstorbenen in einem Grab auf dem Friedhof beizusetzen, ist dies mit einer Reihe von weiteren Pflichten verbunden. Folgende Verpflichtungen sind zu beachten:

  • Die Übernahme der Bestattungskosten
  • die eigentliche Pflicht zur Grabpflege
  • Beachtung der Vorgaben zur Gestaltung von Grab und Grabstein

Auch die Gestaltung des Grabes selber ist also an bestimmte Vorgaben gebunden, die sich jedoch von Kommune zu Kommune und sogar zwischen den Friedhöfen selber unterscheiden können. Wichtig ist zunächst, dass vom Grab keine Gefahr für andere Besucher ausgeht. Insbesondere ist zu überprüfen, ob der Grabstein einen sicheren Stand hat. Bei der Bepflanzung haben die Angehörigen weitgehende Freiheit, allerdings sollte es stets in einem gepflegten Zustand sein. Darüber hinaus ist darauf zu achten, dass Pflanzen nicht auf andere Grabstätten übergreifen. In jedem Fall aber sind die direkten Erben dazu verpflichtet, nicht nur die Kosten für die Bestattung zu übernehmen, sondern auch die Pflege sicherzustellen. Vorschriften sind, wie der Hersteller Kurz hinweist, außerdem bezüglich des Grabsteins zu beachten. Jeder Friedhof legt dabei in der Friedhofsordnung Vorgaben zu Größe, Beschaffenheit, Material und Gestaltung fest. Am besten ist es, wenn sich die Hinterbliebenen bei einem lokalen Steinmetz beraten lassen, wobei natürlich auch die Kosten eine wichtige Rolle spielen. Dieser kennt in der Regel die jeweiligen Vorschriften. Sicherheitshalber sollte aber im Vorfeld auch mit der Friedhofsverwaltung Rücksprache gehalten werden.

pixabay ©ManfredKain

Fazit – Bei Bestattungsart auch auf die rechtlichen Pflichten achten

Niemand beschäftigt sich gern mit der Frage, was nach dem Tod eines Angehörigen zu tun ist, trotzdem kommt es früher oder später auf fast alle zu. Zunächst muss dabei die Frage geklärt werden, in welcher Form die Bestattung durchgeführt werden soll. Am besten ist es natürlich, wenn diese Frage bereits vor dem Tod entschieden wurde. Von der Art der Bestattung hängen dann weitere Verpflichtungen ab. Insbesondere bei der Grabpflege und der Gestaltung des Grabsteins sollten unbedingt die jeweiligen Vorschriften beachtet werden.