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Die Kosten einer Beerdigung

    © I-vista / pixelio.de

Auf die Frage, was eine Bestattung in Würde kostet, lässt sich keine pauschale Aussage treffen. Stirbt ein Familienangehöriger und müssen sich die nächsten Angehörigen um die Beisetzung kümmern, zeigt sich schnell, wie teuer Beisetzungen in Deutschland sind und wie viel für die Beerdigung eines verstorbenen Familienmitglieds bezahlt werden muss.

Auch wird offensichtlich, wie stark die Kosten je nach Stadt und Ort voneinander abweichen können. Während bundesweit durchschnittlich etwa knapp 1.900 Euro für ein Erdreihengrab anfallen, können die Zahlen teilweise erheblich von dem Mittelwert abweichen. So liegen die Kosten in einigen Städten wie Köln, Frankfurt oder Dortmund jenseits der 2.500-Euro-Marke. Was kommt auf den Betroffenen im Allgemeinen zu, wer steht in der Pflicht und was sollte alles in die Kalkulation miteinbezogen werden?

 

Wer kommt für die Kosten auf?

Nach Paragraph 1968 des Bürgerlichen Gesetzbuches tragen die gesetzlichen Erben des Verstorbenen eine sogenannte Kostentragungs - Pflicht, wenn der Erblasser keine anderen Anordnungen getroffen hat. Die Gebühren werden von den Erben aus dem Nachlass des Verstorbenen bezahlt. Bestattungspflichtig sind per Gesetz Ehe- oder Lebenspartner, die sich um die Beisetzung kümmern müssen. Als Bestattungspflichtige haben sie in der Regel auch das sogenannte Recht zur Totenfürsorge.

Sind Ehe- oder Lebenspartner nicht mehr am Leben, greift eine per Gesetz festgelegte Ordnung. Nach ihr geht die Pflicht zunächst auf die Kinder, dann Eltern, Geschwister und zuletzt auf Verwandte dritten Grades zurück. Ist kein Barvermögen im Erbnachlass für die Beerdigungskosten vorhanden, und ist vom Erben selbst kein Geld zu bekommen, müssen laut kreditvergleich-24.eu die gesetzlich unterhaltspflichtigen Angehörigen - der Ehegatte, Eltern oder Kinder – nach Paragraph 1615 und 1615m BGB für die Bestattungskosten aufkommen.

 

Kostenbefreiung

Schlägt der Bestattungspflichtige das Erbe aus, ist der Nachlass nicht für eine Begleichung der Kosten einsetzbar. Tritt eine Bedürftigkeit des Betreffenden hinzu – so etwa bei Empfängern von Hartz IV-Leistungen und Sozialhilfe - muss der Sozialhilfeträger die Bestattungskosten übernehmen.

Die betreffende Person, die nach dem im jeweiligen Bundesland gültigen Bestattungsgesetz sowohl bestattungs- als auch kostenübernahmepflichtig ist, kann somit nach Paragraph 74 SBG XII Anspruch auf eine Kostenübernahme durch den Sozialträger (Sozialbestattung) haben.

Problematisch wird es, wenn die die Beerdigung beauftragende Person nicht zu den gesetzlichen Erben gehört. Um nicht auf den Kosten sitzen zu bleiben, muss der Betreffende, der sich um die Beisetzung zwar kümmert, aber nicht kostenübernahmepflichtig ist, alle mit ihr verbundenen Kosten später von den Erben einfordern, was oftmals in Rechtstreitigkeiten enden kann.

 

Vorgeschriebene und optionale Leistungen

Die Höhe der Bestattungskosten hängt maßgeblich von der Auswahl der Trauerfeier und des Grabes ab. Grundsätzlich setzen sich die Bestattungskosten aus

  • den Kosten des Bestatters (Sarg, Überführung, Versorgung)
  • den Kosten des Friedhofs (Trauerfeier, Beisetzung, Grab)
  • den Kosten für die Leistung von Dritten (Blumen, Musik, Redner)

zusammen.

Dabei kann die Spanne für die möglichen Kosten einer Beerdigung je nach Einzelfall groß ausfallen und von den Faktoren Region, Dienstleister, gewünschter Ausstattung und Art der Beerdigung abhängig sein. Hinterbliebene können die Gesamtkosten durch bestimmte Entscheidungen beeinflussen, wobei nicht alle Kosten zu umgehen sind. Dennoch: Gesetzliche Vorgaben betreffen nur die wenigen gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen, die sich auf

  • Leichentransport
  • Verwendung und Beschaffenheit von Särgen oder Urnen

beziehen. Für den durch den Arzt ausgestellten Totenschein sowie die Anfertigung der Sterbeurkunde durch das Standesamt fallen zusätzlich Kosten in Höhe zwischen 50 und 100 Euro an.

Demgegenüber gibt es eine Reihe von Optionen, die sich auf die Gesamtkosten der Bestattung erheblich niederschlagen können. So kann die Trauerfeierlichkeit selbst durch verschiedene Programmpunkte mehr oder weniger reich ausgestaltet sein. Der Grad ist dabei abhängig vom individuellen Leistungsumfang des Trauerredners, von Örtlichkeit und Dekoration der Trauerfeier, vom Sarg- oder Urnenmodell bis hin zur Ausrichtung eines anschließenden Essens.

Zu den kostenpflichtigen Formalitäten gehören neben einer hygienischen Grundversorgung (Umkleiden und Einbetten des Leichnams, Totenbekleidung, Aufbewahrung und Kühlung des Leichnams) und der Überführung (Träger zur Abholung und Überführung) auch die Trauerfeier selbst und die Serviceleistungen des Bestatters. Die Kosten hierfür rangieren in einem breiten Spektrum von ab 1.000 Euro bis hin zu einem höheren vierstelligen Betrag.

Einäscherungen bei Feuerbestattungen fallen inklusive einer vorhergehenden Leichenschau mit durchschnittlich 400 Euro zu Buche. Für Grabsteine mit Fundament und Beschriftung fallen je nach qualitativer Ausführung Kosten in Höhe ab etwa 1.000 Euro an. Hochpreisige Ausführungen liegen im oberen vierstelligen Euro-Bereich. Durchschnittlich kommen Kosten für einen Steinmetz zu den Gesamtkosten einer Bestattung in Höhe von 3.500 Euro hinzu, wenn ein Grabmal gewünscht ist.

Sollen die Kosten rund um eine Bestattung finanziert werden, ist eine sorgsame Abwägung der Kosten der unterschiedlichen Finanzierungsmöglichkeiten angezeigt. Ähnlich wie bei der Auswahl des Bestatters lohnt sich ein Vergleich der Angebote – zumal ein Vergleich angesichts der Tatsache mehr als lohnend erscheint, dass für eine einfache Beerdigung im Schnitt mit 7.000 Euro Bestattungskosten zu rechnen ist. Dabei rangieren die üblichen Gesamtkosten zwischen 2.000 Euro für die günstigste anonyme Feuerbestattung und mehr als 25.000 Euro für eine gehobene Erdbestattung.

Pauschaliert lässt sich mit rund 2.400 Euro jeweils für die Bestatter-Kosten und die Friedhofsgebühren rechnen. Beide Posten machen etwa ein Drittel der Gesamtkosten für eine Beerdigung aus. Dagegen nehmen sich die Preise für Blumen für die Trauerfeier und das Grab vergleichsweise bescheiden aus. Die Kosten für einen Floristen halten sich meist in Grenzen. Sie liegen in etwa in einem Bereich zwischen 150 und 750 Euro. Ein Trauerkranz und Sargschmuck kosten im Durchschnitt rund 300 Euro. So kommen auf die Verbliebenen nicht selten fünfstellige Summen zu.

 

 

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